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Wundersame Abendruh
Neues vom "Kaufmann und Poeten": Ein bisher unbekanntes Gedicht von Arthur Schramm wird hier erstveröffentlicht und läßt leise Töne unseres sonst oft
lauten Originals hören. Außerdem: der Messe-Ehrenpass des Erfinders und Kaufmanns Schramm zu Ehren seines 60. Besuchs in Leipzig.
Da glaubt am nun, schon alles über unseren Heimatdichter und das Erzgebirgs-Original Arthur Schramm – genannt das „Klaane Getu“ - zu wissen und veröffentlicht zu
haben, da tauchen zwei neue Dokumente des "Kaufmann und Poet", wie es offiziell in seinem Ausweist stand, auf. Dem Holzbildhauermeister und Schramm-Kenner Dietmar Lang aus Frohnau ist diese
Entdeckung mit zu verdanken, der mir aus seinem Archiv diese Materialien zur Verfügung stellte. Da ist einmal der „Ehrenpass der Leipziger Messe der Deutschen Demokratischen Republik“ aus dem Jahre 1977,
den Schramm ausgehändigt bekam, weil er 60 (sechzig) Mal auf der Leipziger Messe zu Gast war. Bekanntlich mietete er sich dort, gemeinsam mit seinem Mitgeschäftsführer Michaelis (Firma MIRAM), einige
Male einen Messestand, an dem die beiden Erzgebirger ihre Erfindungen wie u.a. die ewige Rasierklinge, die Fahrrad-Sattellehne, die hölzerne Wäscheklammer, den Wätzschutz, den Kaffeefilter, den
Zeppelin-Fliegenfänger oder das vom Schweizerischen Patentamt patentierte Strumpfband präsentierten.
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Zu den Abbildungen
Bei der zweiten Entdeckung handelt es sich um das Gedicht „Abendstille“ vom 27. Juni 1921. Wenn wir davon ausgehen, dass Schramms erste poetische Versuche etwa um 1912
begannen, so handelt es sich hier um eines seiner frühen Gedichte, das eine Lücke zwischen dem Geburtstagsgedicht für den Kaiser „Heil, Kaiser Dir!“ von 1915 und dem am 30.
März 1924 geschriebenen Reimen „Wanderlied im Mai“ für den Annaberger Männergesangsverein „Liederkranz“ schließen hilft. Möglicherweise ist dieser lyrische Erguss eine
der Nachwirkungen jener Liebelei, die Schramm mit seiner Annaberger Freundin Margarete Dombrower pflegte. Immer mal wieder finden sich neben martialischen oder
Diktatur-verherrlichenden Versen auch solche elegischen, verträumten – auch kitschigen Inhaltes. Mit diesem Gedichtfund kann allerdings erneut nachgewiesen werden,
dass Schramm eben nicht nur der Sprücheklopfer war, als der er immer wieder vorgeführt wird. Unter seinen etwa 150 Gedichten finden sich viele auch von der Art seiner
„Abendstille“, wenn man z.B. an das „Pöhlberglied“, den „Friedensaufruf“ oder seine mitunter sehr ansprechenden Weihnachtsgedichte denkt. Das hier erstmals veröffentlichte
Gedicht „Abendstille“ existiert nicht - wie viele seine anderen Verlautbarungen - als Schreibmaschinenmanuskript, sondern nur handschriftlich (in schwer lesbarer
Sütterlin-Schrift mit Bleistift) auf einem Notizzettel. Deshalb ist von mir der Versuch einer Übertragung vorgenommen worden, um somit dem Mosaik ein weiteres Steinchen auch des anderen Schramm hinzuzufügen und
in damit auch von dieser Seite bekannt zu machen. Ich bin mir ganz sicher, dass uns das „Klaane Getu“ auch zukünftig mit noch mancher Entdeckung aus dem Leben dieses Erzgebirgs-Originals überraschen
wird...
Zum Gedicht und Faksimilie
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