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Wer sucht, der findet
Annaberger Geburtsurkunde wieder gefunden
War es nun schlampische Archivarbeit oder eine Reihe unglücklicher Zufälle? Die Gründungsurkunde der Stadt Annaberg war über 70 Jahre nicht aufzufinden.
Die seit 1938 verschollen geglaubte Stadtrechtsurkunde hat sich allerdings fast die ganze Zeit im Annaberger Stadtarchiv befunden, dort soll sie nur falsch abgelegt gewesen sein.
Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch mit der wiedergefundenen Stadturkunde aus dem Jahre 1497 (Foto. MDR/Sachsen)
Nun wurde die Geburtsurkunde der Stadt bei einer Revision im Stadtarchiv in einem Karton mit dem Titel „Erbzins 1497“ entdeckt. Statt Zinslisten hat
darin über all die Jahre die Originalurkunde vom 28. Oktober 1497 gesteckt - unterzeichnet von Herzog Georg dem Bärtigen. Nun wird vermutet, dass sie
bereits im Zweiten Weltkrieg aus Dresden, wo sie in einer Ausstellung gezeigt werden sollte, nach Annaberg gesendet und hier mangels Fachkräften offensichtlich falsch interpretiert und eingeordnet wurde.
Transliteration der Originalurkunde von 1497 (.jpg) Seite 1 Seite 2
Das Dokument mit Siegel soll nach Angaben des Bürgermeisteramtes zu den wertvollsten in Sachsen gehören. Herzog Georg der Bärtige hat damals der
„Neuen Stadt am Schreckenberg“ darin das Stadtrecht verliehen. Die erzgebirgische Bergstadt, die vier Jahre später zunächst den Namen St.
Annaberg trug und seit 1949 Annaberg-Buchholz heißt, erhielt damit u.a. eine selbstständige Verwaltung, das Wege- und Marktrecht sowie die Zollfreiheit.
Demnächst soll die Geburtsurkunde der Stadt auch der Bevölkerung gezeigt werden. Und im Stadtarchiv wird sie nun auch richtig und sicher
eingeordnet. Aber wer weiß, vielleicht bringt ja die nächste Revision noch weitere verschollene Dokumente von Wert ans Licht. Wer sucht, der findet schließlich...!
gbs
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