Erzgebirgstreff
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von Gotthard B. Schicker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Oh, Arzgebirg! - Schramm oder nicht Schramm ?

Hier ein paar Zeilen eines erzgebirgischen Anonymus, der sich etwa gegen Ende der 70er Jahre zur damaligen Mangelwirtschaft in der DDR äussert. Ich hatte diese Verse auch Arthur Schramm unter die Nase gehalten, um zu erfahren, ob sie vielleicht von ihm stammen. Er bestritt dies heftigst mit dem Hinweis darauf, dass er “seinen Staat in dieser Weise nicht zu diffamieren gedenke“. Bei der “Bürgschaft“ von Schiller kamen ihm allerdings dann schon leichte Zweifel, ob nicht doch die eine oder andere Strophe seiner Feder entfleucht sein könnte...

 

Oh, Arzgebirg!

 

Oh, Arzgebirg, wie bist du schie,

ner deine Stroßn, die sei hie.

Von de Fichtn falln de Dangeln,

in de Bachel nischt ze angeln.

 

Do kriegst kann Maurer, kriegst kann Kimml,

aber e Kosmonaut, der war im Himml.

Dann ganzen Tog is e Gezeder,

wer kanne Westmark hat, der ka net feder.

 

Es gibt kenne Bodwann, kenne Fließen,

kenn Parika, kenn edelsüßen.

Zum Schreibn do gibt’s kee Blaupier,

aber in dann Kosmos fliegn mir.

 

Es gibt kane Bretter für de Laubn,

für denn Trabi kenne Schraubn.

Abortpapier is schlacht ze kriegn,

aber ins Weltall ka mer fliegn.

 

Es gibt kann Teer für unere Stroßn,

weils Fleisch knapp wird, do zicht mer Hosn.

In dr Schul müssen se Lumpen sammeln,

dass mer kenne in dann Kosmos rammln.

 

Dos is nu alles vu dar Geschicht,

nu halt die Maul un jammer nicht.

Uns is wetter nischt gebliem,

als dar estank vu Böhme driem.

 

 

 


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