Erzgebirgstreff
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von Gotthard B. Schicker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lied von dr Dummen Sau in Buchholz

Hier das so genannte “Lied von dr Dummen Sau“, das auch als “Gute-Quelle-Lied“ bekannt ist, jener Gaststätte in Buchholz auf der Karlsbader Strasse. Vermutlich hat es in den 60er Jahren (Billard hat es wohl früher dort nicht gegeben) ein Stammgast gereimt. Der Verfasser (offensichtlich ein Erzgebirger, der die Mundart in Schriftform schlecht beherrschte, oder ein Zugereister) ist jedenfalls noch unbekannt, er könnte sich aber ermitteln lassen, da seine Stammtischbrüder genannt werden. Auch die Melodie ist nicht überliefert, es wurde aber auf alle Fälle in einem Marschrhythmus im 4/4-Takt gereimt, so dass eine einfache, schon bekannte Melodie dazu passen wird. Übrigens kann ich mich noch erinnern, dass mein Vater einen Arbeitskollegen aus Buchholz hatte, den sie den “Hübner Piep“ nannten, er kommt in der 7. Strophe vor. Wer näheres zu den Figuren im Lied oder zu seiner Herkunft und Entstehung beisteuern kann, sollte das unbedingt tun:

 

Lied von dr Dummen Sau in Buchholz

1. In Buchholz gibt es ene Kneip, do is es wirklich schie;

Do hat mer immer Zeitvertreib, drum gieht mer gerne hie.

    Dr Wirt is allen wohlbekannt, de “Dumme Sau“ wird er genannt,

    dos is de “Gute Quelle“, liegt mitten in dr Stadt,

    trinkst du dort när 12 Helle, dann hast ene Latt.

     

  • 2. Wenns virmittig im elfe is, do do kommese langsam a,
  • dr Kuckuck mit dr Kiepenkist, un a dr Tangelma,
  • dr Stackl find sich a gleich ei, un gleich dernach kimmt dr Bey Bey,

    do wärd ä Lied gesunge, aus dr guten alten Zeit,

    un vir de Fanster traten a viel neigierge Leit.

     

  • 3. Mit ruhig festen Schritten, kimmt´s Füssel agerannt,
  • Dar läßt sich net lang bitten, er hätt en mächtgen Brand,
  • dann gibt er eine Lage aus, un alle zollen ihm Applaus.

    E mancher wird verolbert, dos wissen se genau,

    doch übel nehme gibt´s net, am Stammtisch bei dr “Sau“.

     

  • 4. Dr nächste in dr Runde, nu kriegt mer ner kann Schrack,
  • kimmt mit en grußen Hunde, a noch de klane Zwack.
  • Un aner dr kimmt agerast, dar hätt´s Trompetl bal verpaßt,

    er kaft sich blus en Bittern un nimmt drzu ne Pries,

    ar muß gleich wieder hamgieh, sei Fraa die hot Toppklies.

     

  • 5. Am Mittwoch müßt ihr mal hiegie, do is bestimmt wos lus,
  • mar sieht se im Billard rim stieh, mit Stackn kle un gruß.
  • Un endlich ham se ausgelust, dr Struppi hot ne ersten Stoß.

    Ihr Gäste, aber macht viel Platz, denn der stößt färchterlich,

    dr Ball kimmt ner su agerast, übern Rand naus in de Küch.

     

  • 6. Dr schwarze Fritz is a drbei, mit seine langen Bee,
  • “da hammersche“ schreit er zwischennei, mei Que is viel ze klee.
  • Dr Jup gibt sich de größte Müh, er macht derbei ganz krumme Knie,

    dar schiebt su gern vu hinten, do is er uff dr Höh.

    Hot er kenn Ball getroffen, dann lags nur am effee.

     

  • 7. Freitog, su in dr achten Stund, do komme bessre Leit,
  • mit mogeln und mit Kaffeeskat, vertreim die sich de Zeit,
  • dr Schneider Walt, dr Hübner Piep, dr Wagner Willy macht a gleich mit,

    doch ener dar paßt gut auf, dos is ja allbekannt,

    dar wirbelt gleich viel Staub auf, wenn ener hat “Vollhand“.

     

  • 8. “Olympia-Spieler“ könnt ihr sah, ganz hinten in dr Eck,
  • de Kiebitz drängeln sich gleich nah, den bleibt de Spucke weg.
  • Dr Roman, dr is ganz perplex, gewinne tut ner de “Spielhex“,

    dr Fritz dr hot´s im Köpfchen, des is bei ihm su Brauch,

    dr annre trinkt viel Schnäpschen, un hots dann ner im Bauch.

     

  • 9. Ihr lieben Leite merkt es eich, wenn ihr wollt mal ausgehn,
  • gieht nach dr “Guten Quelle“ hin, do is es wunderschön!
  • Is a dr Ton dort etwas rau, mer is ja in dr “Dummen Sau“,

    su manches wird dort viergebracht, manch saft´ge Witze auch,

    dr Wirt am allermeisten lacht, es wackelt ihm dr Bauch.

     

 


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