Erzgebirgstreff
Die Seite für alle Erzgebirger in Nah und Fern
von Gotthard B. Schicker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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NEUERSCHEINUNG
 

Dicknischl "Erzgebirgsleute von damals und heute"
Gotthard B. Schicker
Druck- und Verlagsgesellschaft Marienberg
ISBN 978-3-931770-76-1
216 Seiten, 18,90 EUR
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Im Erzgebirge ist das Wort „Dicknischl“ kein Schimpfwort. Man könnte fast behaupten, dass es den Rang der „Gutgusch“ (Feinschmecker) oder der „Sperrgusch“ (Neugieriger) eingenommen hat. Als Dicknischl (also Dickschädel, Dickköpfe, Starrköpfe) werden hier oben im Gebirge solche Leute bezeichnet, die sich zeitlebens in irgendeiner Weise gegen persönliches, politisches oder soziales Ungemach durchgesetzt haben. Und dass es solche Menschen zu allen Zeiten gab, zeigen die vorliegenden Porträts von Persönlichkeiten aus alten und neuen Tagen.

Dem Autor, Prof. Gotthard B. Schicker, gelingt es dabei, deren bisher kaum bekannten, subjektiven Seiten durch reiches und in großem Umfang bisher unveröffentlichtes Faktenmaterial zu belegen. Und so erscheinen der Rechenmeister Adam Ries, der sich gegen die katholischen „informellen Mitarbeiter“ aus Annaberg verteidigen musste, nur weil er im protestantischen Buchholz den Gottesdienst besuchte, oder das Erzgebirgsoriginal Arthur Schramm, der sich gegen Lausbuben auf der Straße und gegen zwei Diktaturen geltungshungrig durchsetzen musste, aber auch der Schöpfer des Annaberger Bergaltars und angebliche Mörder Hans Hesse in einem anderen Licht. Auch dem Liedermacher Anton Günther, dem Nietzsche-Intimus, Dichter und Musiker Peter Gast, dem Kinderfreund Felix Weiße, dem Annaberger Philosoph und Graphiker Carlfriedrich Claus oder dem Pädagoge Hugo Vogel schaut der Autor tiefer in die „Seelen“, als das in bisherigen Biographien geschah.

Er fördert so mitunter auch dunkle Seiten von subjektiven Denk- und Verhaltensweisen an das Tageslicht, wie sie derartigen „Dicknischln“ zueigen sind. Auch die Freimaurer, die „Lorenzianer“, die Folk-Gruppe „Wind, Sand und Sterne“, die Künstler Lotte Buschan, die Unternehmerin Doris Seifert oder der Gastronom Karl-Heinz Buschmann, aber auch Joseph Roth, Eduard von Winterstein und noch viele andere sind solche „Dicknischl“ von damals und heute, die sich im oder für das Erzgebirge ein- und durchgesetzt haben. Eine Lektüre also, die der Leserschaft nicht nur Entdeckerfreude bereiten wird, sondern auch die Einsicht vermittelt, dass „Dicknischl“ zu allen Zeiten mitunter komplizierte, aber meist interessante und in den überwiegenden Fällen – auch unter widerlichen Umständen - erfolgreiche Leute waren.

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Inhaltsverzeichnis:

Seiffner Dicknischl (mit Vorwort)
Beobachtungen bei den erzgebirgischen (Stehauf)-Mannlmachern

Denunziation im alten Annaberg
Protestantischer Dicknischl Adam Ries (1492-1559) auf der “Schwarzen Liste“ der katholischen Kirche

Hans Hesse oder Hannß Heße
Aus der Kriminalgeschichte eines Renaissance-Dicknischls (1480?-1560?)

Sexus Annabergensis
Charitas Zeumer(in) und Pfarrer Lehmann
Zwei Dicknischl der besonderen Art und die zwiespältige erzgebirgische Toleranz

Kinderfreund
Christian Felix Weiße (1726-1804) aus Annaberg - Lessings Literaturgefährte

Grafitti royal
Wilhelm Walther (1826-1913) - der Fürstenzugmaler

Nietzsches liebster Gast
Die drei Leben des unverstandenen Erzgebirgers Heinrich Köselitz - alias Peter Gast (1854-1918)

Münchner Romantiker
Rudolf Köselitz (1861-1948) - Maler der Erzgebirgsheimat

Annabergs erster Egmont
Eduard von Winterstein (1871-1961) - Ein Nestor der deutschen Schauspielkunst am Stadttheater

Wo das Publikum nach Seife riecht
Der Schriftsteller Joseph Roth (1894-1939) besucht das Annaberger Theater

Der Mann aus Ardistan
Das Erzgebirge in der Biographie und dem Werk von Karl May (1842-1912)

Reitzenhainer Mannl
Georg Schuffenhauer (1881-1953) – Der „Nostradamus“ des Erzgebirges

Die Lorenzianer
Gemeinschaft in Christo Jesu - Ein Erzgebirgsmythos

Bruderherzen
„Dicknischl” der besonderen Art – Freimaurer der Annaberger Johannisloge

Die „Todsünde“ des Anton Günther
Einige Bemerkungen zum Suizid des bekanntesten Liedermachers des Erzgebirges nebst eines persönlichen Briefes an den dichtenden und singenden „Dicknischl“ Tolerhans Tonl (1876-1937)

Primadonna aus Schwarzenberg
Über die weltberühmte Sängerin Elisabeth Rethberg (1894-1976) –
die „Erzgebirgische Nachtigall”

Das verkannte Genie
Fremde und persönliche Erinnerungen an den
Oberdicknischl und Heimatdichter Arthur Schramm (1895-1994) aus Annaberg

Lehrer der „alten Schule”
Hugo Vogel (1906-1996) - Generationen kannten, fürchteten und liebten das Konstrukt aus strengem Pädagogen und väterlichem Freund

Grande Dame des Annaberger Theaters
Erinnerungen an die Sängerin Lotte Buschan (1917-1994)

Sprachblätter
Porträt des Künstlers, Wissenschaftlers und Kommunisten Carlfriedrich Claus (1930-1998) aus Annaberg

Eine Verwurzelte
Martha Weber (1904-1998) und ihre Gedichte

„Harmonie” und „Dumme Sau”
Über paar Buchholzer Dicknischl von damals und heute, ihre einst schöne Stadt und ihre „Hymnen“

Tannhäuser zum nippen
Erinnerungen eines Dicknischels an ebensolche im Annaberger Männer-Chor

Die Posamenten-Lady
Vorlaute Betrachtungen über meine Schulfreundin Doris Seifert (Burkert)

Zum Neinerlaa
Über den gastronomischen Buschmann-Dicknischl

Weltraum in Holz
Annäherungen an den Holzbildhauer und Weltreisenden Dietmar Lang aus Frohnau

Alte Wurzeln – neie Triebe
Über die Erzgebirgs-Folk-Gruppe „Wind, Sand und Sterne“

Lyrische Dicknischl
Kurzporträts erzgebirgischer Dichter und Dichterinnen
aus Annaberg und Umgebung

Dicknischl anonymicus
Oh, Arzgebirg! - Schramm oder nicht Schramm?

 

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