ANNABERGER THEATER A-B-C
99 Schlag- und Stichworte    Von Gotthard B. Schicker

 

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Xangvereine - nennen garstige Leute die Einrichtungen, in denen Laien unter den verschiedenartigsten Anstrengungen versuchen, den Berufssängern des Annaberger Theater Chores nachzueifern, - um sie zuweilen bei umfänglichen Massen-Chor-Aufgaben zu unterstützen. 

 

Yankee - amerikanischer Marinesoldat B.F. Linkerton in der Puccini-Oper “Madam Butterfly“ 1965 von Heinz Meinhardt gestaltet. Hervorragend damals Elga Fischer in der Partie der  Cho-Cho-San ( Butterfly ).

 

Zar und Zimmermann - Oper von Albert Lortzing, die in Annaberg mehrfach inszeniert wurde. Großartig Lothar Ballhaus als van Bett mit der “Singschule“ in der Auffßhrung von 1964.  

 

Zargen - Verbindungen zwischen Bühne und Zuschauerraum. Rechte und linke Überbrückungen des Orchestergrabens, die wegen der kleinen Annaberger Bühne gern als zusätzliche Spielflächen benutzt wurden. Von dort waren auch Auftritte aus den Proszeniums-Logen (die unmittelbar an Bühne angrenzenden Logen) über die Zargen auf die Bühne möglich.

 

Zungen “R“ - Sprech- und Gesangsmethode bei der die Zungenspitze über den Konsonanten “R“ kräftig zum Flattern gebracht wird: z.B. Trrrrrrreppe, Grrrrrrrrille oder “Nurrrr vorrrrwärrrrts, herrrrlicherrrrr Rrrrrrrrecke!“ Es ist Teil der Sprache tragischer Mimen. Aber auch der Tenöre, - selbst dann, wenn diese nichts zu singen haben.

 

Zukunft - schöpft das Annaberger Theater auch aus seiner bewegten und nachhaltigen künstlerischen Vergangenheit. Das schöne Rathaus, die uralte Annenkirche, der Hammer in Frohnau, der steinerne Kopf vom Adam Ries, der Wilde Mann am Markt, der verstorbene Arthur Schramm - sie alle gehören zu dieser Stadt genauso wie ihr über 100 Jahre altes Theater. Das Haus hat sich eingeprägt in das Gesicht des Städtchens und in die Herzen von Generationen. Es hat mit ihnen den Stürmen der Zeiten getrotzt. Hat Freude erlebt und verströmt. Es ist ein Teil geworden vom Publikum. Nicht mehr wegzudenken von hier, weil nicht nur ästhetisches Kleinod des Erzgebirges, sondern seit auch Lebens-Mittel für dessen Bewohner. In einer Zeit, in der anscheinend die Rohheit über die Schönheit triumphiert, in der Sensibles offenbar kaum gegen Aggressives besteht, in der humane Werte augenscheinlich käuflich sind, - in einer solchen Zeit kann die Kunst die Welt ein wenig menschenfreundlicher gestalten helfen -, und hierbei hat das Theater eine seiner Zukunftschancen. Eduard von Wintersteins Wunsch könnte dabei Programm für die Zukunft sein: “Möge das Annaberger Theater immer das bleiben, wozu seine Begründer und Erbauer es bestimmt haben: Ein Tempel der Kunst.“ –

D A  C A P O       A L F  I N  E !