ANNABERGER THEATER A-B-C
99 Schlag- und Stichworte    Von Gotthard B. Schicker

 

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Chor - eine nicht wegzudenkende Sänger/innen-Gemeinschaft, die am Annaberger Musiktheater stark beschäftigt war. Für größere Aufgaben in Oper und Operette stand ihm später ein Extrachor verstärkend zur Seite. Der Männerchor war zuzeiten zahlenmäßig so stark, daß selbst Verdis Oper “Rigoletto“, die bekanntlich ohne den Gesang der Chordamen auskommt, in Annaberg aufgeführt werden konnte. Häufig wurden Chorkonzerte veranstaltet. Gemeinsam mit dem “Singekreis“ (dem sogenannten Schaarschmidt-Chor), dem “Städtischen Chor Annaberg“ (dem sogenannten Naumann-Chor), dem “ Tannhäuser-Chor“ aus dem Böhmschen Tor und dem “Volkschor- Cunersdorf“ brachten der Chor des Theaters und das Orchester mehrfach die IX. Sinfonie von Ludwig van Beethoven zum Jahreswechsel zu Gehör. Chormitglieder wurden aber auch als Solisten, Statisten, Tänzer, Bühnenarbeiter und als “bewegte Masse“ besonders auf der Freilichtbühne Greifensteine - für eine Gage von 365,- DM monatlich (1966) verbraucht.

 

Civil, In - eine soldatische Humoreske in einem Akt von einem Herrn Kadelburg wird als Novität im “ Annaberger Wochenblatt“ angekündigt und hat 14.4.1893, in einem sogenannten Einakter - Abend, das Annaberger Premierenlicht erblickt.

 

Cäsari, Wilhelm - gehörte zu den “ersten Darstellenden Mitgliedern“ des Theaters in Annaberg und besetzte das Rollen-Fach des Liebhabers.

 

Cassirerin - die erste Kassiererin (sie wurde damals franz. Geschrieben) am Stadt-Theater Annaberg war Frau Pegelow. Sie, wie auch die ihr im Amte nachfolgenden Damen, waren meist die ersten Kontaktpersonen zwischen Theater und Publikum. Jene sanften, immer gut frisierten und um das Hochdeutsche bemühten Wesen im zweitkleinsten Raum des Theaters (nur der Souffleur-Kasten war noch winziger) ernteten die Freude der Besucher über den Erhalt einer Premierenkarte ebenso wie auch nicht selten den Schimpf bei ausverkauftem Hause von denen, die leer ausgingen. Daß man in den 60er Jahren über ein Päckchen West-Kaffee günstigere Chancen auf  Karten für begehrte Premieren gehabt haben soll, wird ein typisches Theatergerücht sein. Tatsache aber ist, daß der Ehemann der ersten Annaberger Theater Kassiererin, Herr Ferdinand Pegelow, auch der erste Theatermeister des Hauses war.

 

Capelle - nannte man damals das Theaterorchester. Diese “Städtische Capelle“ stand 1893 unter der Leitung des Herrn Capellmeister Stiehler.

 

Crüwell, Carl - gutbetuchter Annaberger Kaufmann, der 1887 den Theaterverein gründete und dessen Vorsitz übernahm. Auf seine Initiative hin brachten Annaberger Bürger 60.000 Mark über Anteilscheine auf. Die 130.000 Mark, die vom Rat der Stadt kamen, waren an die Bedingung einer späteren Überführung des Theaters in städtisches Eigentum geknüpft. Der Kunstenthusiast Crüwell stellte das von ihm gekaufte Grundstück für den Bau des ersten Theaters im Erzgebirge großzügig zur Verfügung.