|
B
Ballett - in seinen besten Zeiten verfügte das Annaberger Theater über ein leistungsstarkes Corps de Ballet , das noch bis
Anfang der 70er Jahre mit eigenen Ballettabenden vor das Publikum trat. Als hervorragende Prima Ballerina ist Hannelore Weichert (Lubensky-Böhme) bekannt geworden. Regelmäßig wirkte das Ballettensemble
in den Inszenierungen des Musiktheaters mit und auf der Freilichtbühne wurden auch mal Statisten-Aufgaben von den Tänzerinnen und Tänzern übernommen.
Bolley, Hansjosef - Intendant von 1934 bis 1945; es gelang ihm, den
Spielplan von nationalsozialistischen Propagandastücken weitestgehend freizuhalten und ein relativ seriöses Spielplankonzept durchzusetzen.
Bonvivant
- ist die Bezeichnung für einen Fachschauspieler, der solche Figuren wie Diener, Kammerjunker, Stutzer, Luftikusse u.ä. lustig zu gestalten hatte. Der erste Bonvivant des Annaberger Theaters war der gebürtige Ungar Alexander Sándory (dt. ebenfalls Alexander. Bonvivantes standen neben den Darstellern der Helden und Liebhaber in der Publikumsgunst ganz oben. Deshalb stand der Annaberger Bonvivant Sándory (also: Alexander Alexander – welch geistreicher Künstlername) in der Ankündigung zur Eröffnung des Hauses auch gleich nach Weltzien und von Winterstein an dritter Stelle.
Bugge, Oscar
- gehörte als Väterdarsteller und zur Verkrperung der Chargen-Rollen zum Gründungsensemble von 1893.
Besucher
- kamen hauptsächlich aus Annaberg, Buchholz und den umliegenden Orten. Theater-Extrazüge brachten z.B. am 9.5.1893 und am 16.5.1893 Besucher aus Zschopau/Schönfeld/Geyer, bzw. aus Weipert/Bärenstein in das Annaberger Theater. Am 3.5.1893 vergab die Direktion großzügig 100 Freikarten an die hiesigen höheren Lehranstalten, um die 2. Vorstellung von Lessings “Minna von Barnhelm“ Annaberger Jugendlichen zu erschließen. In späteren Jahren wurde das Zubringerwesen eingerichtet: Aus 31 umliegenden Orten (1968) wurden Besucher - teilweise zu ermäßigten Preisen - mit Bussen in das Theater und nach den Vorstellungen wieder zurück in ihre Heimatorte gebracht. Mitte der 60er Jahre wurde eine Besucherabteilung geschaffen, die diese Aktivitäten koordinierte.
Buschan, Lotte
- beliebte Sopranistin, auch “grand dame“ des Annaberger Theaters genannt. Sie gestaltete von 1957 bis 1977 markante Frauenrollen des Musiktheaters u.a. die Gräfin in “Hochzeit des Figaro“, oder die unvergeßliche Rösselwirtin “ Im Weißen Rößl am Wolfgangsee“, aber auch die Hexe in “Hänsel und Gretel“ von Humperdinck. (Siehe
auch meinen Text-Beitrag zu Lotte Buschan auf der Homepage unter “Dicknischl“ hier).
Benefiz-Vorstellung, bei der die Einnahmen einem gemeinnützigen Zweck oder
Einzelpersonen des darstellenden Personals zugute kommen. Die erste Benefiz gab es am Annaberger Theater am 25.5.1893 mit dem Stück “ Eine Palastrevolution“. Die Einnahmen bekam das gesamte
Theaterpersonal. Späterhin verabschiedeten sich beliebte Darsteller von ihrem Publikum mit einer letzten Benefiz-Vorstellung. Bei einer solchen Benefiz bekam z.B. Eduard von Winterstein im September 1893
die stattliche Summe von 110 Mark zusätzlich zu seiner “fabelhaften Gage von 160 Mark“. Eine Summe, “mit der man zu jener Zeit in diesen kleinen Städten sehr gut auskommen konnte “, wie er in seinen Lebenserinnerungen über Annaberg schreibt. Solidaritätsvorstellungen, deren Erlös u.a. Geschädigten von Naturkatastrophen gespendet wurden, ersetzten bis in die 80er Jahre hinein die ursprünglichen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Benefizen für markante Persönlichkeiten des Annaberger Theaters sind aus dieser Zeit nicht bekannt. Allerdings hatsich auch das Theater an den Spendenaktionen der Weiße-Stiftung (siehe
dazu auch den Text auf der HP über Christian Felix Weiße) beteiligt.
Billé, Hermance - war 1893 die 1. Liebhaberin des Annaberger Theaters.
Vermutlich trat sie unter ihrem Künstlernamen auf, wie dies damals häufig bei exponierten Fach- Schauspielerinnen der Fall war. In der I. Saison gab es noch an Liebhaberinnen die “ Sentimentale“ – Gutti
Gedé, die “Muntere“ - Else Trost - und die “Naive“ - Bertha Weber - .
Ballhaus, Lothar - seriöser Charakter-Bass, der mit seinem
wundervoll-sonorem Stimmaterial besonders in der Händeloper “Radamisto“ (Titelpartie 1966) das Annaberger Theaterpublikum begeisterte, aber auch in Operettenrollen sein komisches Talent voll ausspielte
und mit seiner Vielseitigkeit überzeugte.
|